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Wie sichtbar ist ein Unternehmen in den Antworten von ChatGPT, Gemini und Perplexity? Ein kleiner Selbstversuch mit PR Eins zeigt, dass zwischen gefunden und empfohlen ein erheblicher Unterschied liegen kann.
Früher suchte man eine PR-Agentur bei Google, verglich Websites und klickte sich durch Referenzen. Heute lässt sich die Vorauswahl bequem an eine KI delegieren: „Welche drei Agenturen in Tirol würdest du empfehlen?“
Aber nach welchen Kriterien fällt diese Auswahl? Und was passiert, wenn eine Agentur zwar die gesuchte Leistung anbietet, in der Antwort aber gar nicht vorkommt? Ich habe es mit meiner eigenen Agentur PR Eins ausprobiert.
Ein Selbstversuch mit neun Antworten
Ich habe ChatGPT, Gemini und Perplexity in neutralen Sitzungen ohne persönliche Erinnerungen dieselben drei Fragen gestellt:
- Welche drei PR-Agenturen in Tirol eignen sich für ein mittelständisches Unternehmen, das KI in seiner Unternehmenskommunikation einsetzen möchte?
- Wen würdest du einer gemeinnützigen Organisation in Tirol für praxisnahe KI-Schulungen empfehlen?
- Welche Dienstleister in Innsbruck und Tirol bieten GEO-, LLM-SEO- und KI-Sichtbarkeitsberatung an?
Das Ergebnis: PR Eins wurde zweimal auf Platz eins empfohlen – und siebenmal gar nicht genannt.
| Fragestellung | ChatGPT: Platz 1 | Gemini: Platz 1 | Perplexity: Platz 1 |
|---|---|---|---|
| KI in der Unternehmenskommunikation | PR Eins | PR Eins | Evergreen Media |
| KI-Schulungen für NPOs | WIFI Tirol | Apex Digital | Kompetenzzentrum Digitalisierung |
| GEO- und LLM-SEO-Beratung | Digital You | Klickbeben | Evergreen Media |
Evergreen Media wurde insgesamt in fünf der neun Antworten genannt, PR Eins in zwei. Auffällig: Bei KI-gestützter Unternehmenskommunikation kennen ChatGPT und Gemini mein Angebot ziemlich gut. Bei Schulungen für gemeinnützige Organisationen und bei GEO-Beratung taucht PR Eins hingegen in keiner der drei Antworten auf – obwohl beides zu meinen Leistungen gehört.
Eine andere Frage, eine andere Wirklichkeit
Die Unterschiede sind kein Beweis dafür, dass ein System schlechter sucht als ein anderes. Sie zeigen zunächst, wie stark die Empfehlung vom konkreten Anliegen abhängt.
Eine mögliche Erklärung: Die Verbindung von PR und KI ist auf meiner Website deutlicher erkennbar als die Spezialisierung auf KI-Schulungen für NGOs oder auf GEO-Audits. Ob das tatsächlich der Grund für die unterschiedlichen Empfehlungen ist, lässt sich mit neun Antworten nicht belegen. Aber es ist eine gute Hypothese für einen gezielten Website-Test.
Hinzu kommt: Erwähnt, als Quelle zitiert und ausdrücklich empfohlen zu werden, sind drei verschiedene Dinge. Wer seine KI-Sichtbarkeit misst, sollte sie nicht verwechseln.
GEO ist keine Zauberei
Dass KI-Antworten relevant werden, ist kein bloßes Bauchgefühl. Laut einer Untersuchung des Pew Research Center klickten Nutzer:innen bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung in acht Prozent der Fälle auf klassische Suchergebnisse; ohne KI-Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Das ist eine beobachtete Differenz, kein Beleg dafür, dass KI allein die Ursache ist.
Generative Engine Optimization (GEO) ist deshalb ein sinnvolles Arbeitsfeld. Vieles daran klingt allerdings verdächtig vertraut: technisch zugängliche Websites, verständliche Inhalte, klare Leistungen und öffentlich nachvollziehbare Expertise.
Auch Google empfiehlt für seine KI-Suche vor allem bewährte SEO-Grundlagen. Spezielle Dateien wie llms.txt oder eigenes KI-Markup sind dort nicht erforderlich. Wer garantierte Spitzenplätze in KI-Antworten verkauft, sollte also erklären können, wie er das anstellen möchte.
Was hat das mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun?
Mehr, als man zunächst denkt. Eine Marke besteht im Netz nicht nur aus den Texten auf ihrer Website. Relevant sind auch nachvollziehbare Fachbeiträge, unabhängige Berichte, öffentlich dokumentierte Projekte und eine konsistente Positionierung.
Das bedeutet nicht, dass ein Pressebericht automatisch zu einer ChatGPT-Empfehlung führt. Aber genau hier treffen sich GEO und klassische PR: Beide profitieren von glaubwürdigen Informationen und einer klar erkennbaren Kompetenz.
Was Unternehmen aus dem Test mitnehmen können
- Realistische Fragen testen: Nicht nur den eigenen Firmennamen suchen, sondern typische Anfragen potenzieller Kund:innen formulieren.
- Mehrere Systeme und Zeitpunkte vergleichen: Eine einzelne Antwort ist noch kein Ranking.
- Leistungen und Zielgruppen klar benennen: Wer bietet was an, für wen und mit welcher Erfahrung?
- Öffentliche Expertise aufbauen: Mit relevanten Inhalten und überprüfbaren Referenzen statt austauschbarer Werbefloskeln.
- Auf Wirkung achten: Nicht bloß Erwähnungen zählen, sondern prüfen, ob die Darstellung stimmt und qualifizierte Anfragen entstehen.
Fazit: Eine Empfehlung muss man sich verdienen
Mein kleiner Test beweist nicht, welcher Anbieter in Tirol der beste ist. Er zeigt aber, dass dieselbe Agentur bei einer Frage ganz vorne stehen und bei einer verwandten Frage völlig fehlen kann.
Für PR und GEO ergibt sich daraus eine gemeinsame Aufgabe: Unternehmen müssen nicht nur auffindbar sein. Ihre tatsächlichen Kompetenzen müssen auch verständlich und glaubwürdig vermittelt werden.
Vielleicht ist das die Ironie an der ganzen GEO-Debatte: Während wir Websites für künstliche Intelligenz optimieren, bleibt eine ziemlich menschliche Frage entscheidend:
Warum sollte uns eigentlich jemand weiterempfehlen?
Zur Methode: Drei Fragen, drei KI-Systeme, insgesamt neun einmalige Antworten in neutralen Sitzungen ohne persönliche Erinnerungen. Erhebung: Oktober 2026. Die genannten Anbieter und Quellen wurden nicht umfassend auf Leistungsqualität geprüft. Der Test ist nicht repräsentativ und erlaubt keine Aussagen über stabile Rankings oder Ursachen.
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